Bootsbau: Vorbereitung
Überlegungen
Im Vorfeld sind einige wichtige Überlegungen
anzustellen und Fragen zu klären.
Ganz wichtig: Wieviel Zeit habe ich zur Verfügung,
wie lange dauert das Bauen?
(1) Bootstyp
& Bauweise
Diese zwei Dinge fliessen zusammen in die Entscheidung ein. Wichtig
für den Bootstyp sind Verwendungszweck, Paddler's Körpergewicht
und -größe, Vorlieben ...
Die Baumethode hängt bis zu einem gewissen Grad von der Form
des gewählten Bootes ab, sowie von den eigenen Möglichkeiten.
Hier ein paar Stichworte:
-
Fahreigenschaften in Abhängigkeit von der Rumpfform: Querschnitt
U-förmig, V-förmig, Knickspanter; im Längsriss gerade,
gebogen („bananenförmig“)
-
Steuer, Skeg oder garnichts
Es folgen Literatur- und Informationsbeschaffung,
sowie die Erstellung bzw. Besorgung eines Bootsplans ("Schnittmuster").
(2) Wo
soll gebaut werden
- Werkstattgröße (vor allem Länge
des Raumes),
- genügend belüftet und beheizt (2-Komponenten-Produkte
brauchen im allgemeinen 10°C Mindesttemperatur)
- in gut errreichbarer Nähe, um in jeder freien Minute schnell
etwas Basteln zu können
(3)
Werkzeuge
was wird gebraucht
was ist vorhanden
was kann geliehen werden
was muss gekauft werden
Werkzeug, bezogen auf Hybrid-Bauweise (Sperrholzrumpf
& Leistendeck):
Sägen – supergute Kreissäge mit langer Führung
(für das Zuschneiden der Leisten), einfache Feinsäge oder
Fuchsschwanz und Laubsäge, evtl. Stichsäge mit Holzsägeblatt
(Sperrholzteile aussägen)
Hobeln
– Hobel mit gut verstellbarer und auswechselbarer Schneide,
alternativ/ergänzend Elektrohobel mit Feineinstellung der Hobeltiefe
Schleifen
- Raspel und Feile (gebogene und gerade), Sandpapier und Schleifklotz,
Bandschleifer (zum Schäften der Sperrholzplatten und Konturenschleifen
der gesägten Sperrholzteile)
Für die Arbeit mit Glasfaser und Epoxidharz – Feinwaage
(das Einhalten des genauen Mischverhältnisses der Komponenten
ist richtig wichtig!), Einweghandschuhe, viele Pinsel, Atemschutz
(v.a. beim Schleifen), Klarsichtfolie, kleine Anrührgefäße
(Party-Plastikgläser)...
Sonstiges – Stechbeitel, Taschenmesser, Handbohrer/Frizbohrer,
Unmengen an Schraubzwingen und Klemmen, evtl. Tacker, sowie viel
viel Nasch- und Knabberkram
(4) Materialbeschaffung,
Kostenkalkulation
- Holz & -klebe
- Kunstharz- & Glasfaserprodukte
- Kleinzeugs & Verbrauchsmaterialien (Pinsel, Sandpapier,
Klarsichtfolie, Klebeband, Einweghandschuhe etc.)
|
- Fachhandel vor Ort: Baumärkte, Segelausrüster,
Hobbyläden
- Internet: online-shops, Auktionen
- Restposten-, Trödel- & Recyclinghändler
|
Preisvergleich lohnt sich, evtl. Sammelbestellung
mit anderen Bastlern zusammen
Das Sperrholz, das ich für den Rumpf verwendet
habe, ist wasserfest verleimte Okoume. Die Platten, 4 mm, sind 2.50
m x 1.22 m (3.05 m2).
Hier möchte ich hinzufügen, dass man sich bewusst sein
sollte, dass die Verwendung tropischer Hölzer u.U. den Raubbau
an tropischen Regenwäldern fördert.
-> link Rettet
den Regenwald
Für die Leistenbauweise wird allgemein Zedernholz
(western red cedar) genommen. Zumindest ist dies in den
USA und Kananda der Fall, sowie bei professionellen Herstellern
(-> Literatur). Aber es sollte doch ein
einheimisches Holz mit äquivalenten Eigenschaften geben. Ich
habe mich für Esche entschieden, da es hohe
Festigkeiten aufweist. Es hat ein höheres Raumgewicht als Zeder
oder Kiefer und die Bearbeitung ist kräftezehrender, aber dafür
bekommt man ein robustes Boot.
-> link Holzarten-Lexikon,
-> link Holzarten
zum Kanubau
Im Holzhandel bekam ich eine grob gehobelte Bohle
in Baumbreite, um daraus die Leisten für´s Deck zu sägen.
Kleine Kosten-Übersicht
(Winter 2005/2006):
| Produkt |
ungefähre Menge |
| Sperrholz-Platten 4 mm x 2.50 m x 1.22 m |
2 |
| Eschen-Bohle, 26 mm x 20 cm x 3.5 m |
1 |
sonst. Holz: Kiefer-Kantholz 14 x 14 mm
Kiefer-Leisten 5 x 15 mm
Holz & Sperrholz für Schotten, Skeg
& Schablonen |
10 m
16 m
- |
Glasmatte, 163 g/m2, 1 m breit
110 g/m2, 1 m breit |
7 m
10 m |
Glasband, 5 mm breit 2.5 mm
breit |
15 m
25 m |
| Epoxidharz (Harz + Härter) |
2 kg + 0.8 kg |
| Lukenringe & -deckel (20 & 24 cm Durchmesser) |
je 2 x |
| Grundierung & Lack (2-Komponenten-Gebinde) |
je 1 x |
| Verbrauchsmaterialien |
- |
Gesamtkosten |
ca. 450 Euro |
(5) Arbeitsplan
aufstellen, der zwar 47-11mal geändert wird während
der Bauphase, nützlich ist er trotzdem.
(6) Zur
Übung ein Eskipaddel bauen!
Warum? Es übt die Holzbearbeitungstechniken und
den Umgang mit dem Werkzeug. Das gibt Selbstvertrauen - Links
zum Paddelbau.
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Weiter zum Bootsbau: RUMPF >>>>>>>>>>>>>>
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