Bootsbau:
Rumpf
Dies ist ein foto-dokumentarischer Bericht über
meine Basteleien & Erfahrungen, gegliedert in 3 Abschnitte.
Es ist keine komplette Anleitung, die ein Fachbuch ersetzen
kann, doch hoffentlich ein anschaulicher Überblick. Die
Reihenfolge ist chronologisch, mal mehr mal weniger.
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| Sperrholzplatten
schäften
Um die Sperrholzplatten, die 2.5 m lang sind, ausreichend
lang zu bekommen, werden sie zusammengeklebt. Dafür werden
die Klebestellen angeschrägt, um durch die Überlappung
eine grössere Klebefläche zu erhalten. Ein Verhältnis
der Schäftung von 1:10 (4 mm Dicke der Platte:40 mm Schräge)
ist üblich, 1:5 hat bei mir gut gehalten. Hierfür
ist ein Bandschleifer sehr nützlich.
Auf den Bildern sieht man 4 Platten übereinander, die
Kanten jeweils in 20 mm Abstand treppenstufenartig gelegt.
Den Bandschleifer im richtigen Winkel halten und die Treppchen
abschleifen, bis eine gleichmässige Schräge erreicht
ist. Anschliessend werden die Platten verklebt.
TIPP: meine
Platten hatten auf einer Seite einen Aufdruck, darum auf innen
und aussen achten.
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Paneele
aufzeichnen & aussägen Auf
die geschäfteten Platten die Formen der Paneele aufzeichnen.
Dabei genau auf eine gerade Ausrichtung der Teile achten (straff
gespannte Maurerschnur als Leitlinie), Papier verzieht sich
leicht bei einer Länge von 5 Metern.
Die jeweils spiegelgleichen linken und rechten Panele können
zusammen ausgesägt werden, Platten entsprechend aufeinanderlegen.
Aussägen.
TIPPS: Gut mit
Schraubzwingen gegen Verrutschen sichern. Eine Stichsäge
sägt beim Aufwätshub und reisst dabei oben das Sperrholz
etwas aus. Darum die gute Seite nach unten legen und mit etwas
Nahtzugabe aussägen, anschliessend die Kanten glatt schleifen. |
| Paneele
zusammen"nähen" & Boot ausrichten
Dafür Löcher in die Panele bohren. Und zwar paarweise
dicht neben den Kanten, im Abstand von ca. 30-50 cm, an Bug
und Heck dichter. Die Panele in Halterungen setzen und mit
den Konstruktionshilfen ("Querschotten", siehe Bild)
ausrichten. Mit Kabelbindern (alternativ mit Kupferdraht)
lose zusammenbinden. Schon sieht es aus wie ein Boot!
Das Boot gerade ausrichten, wobei die Panele mit den Kanten
aufeinanderstossen. Kabelbinder nachziehen. Teile evtl. mit
Klebeband fixieren. Die Seitennähte und die Kiellinie
sollen keine Wellen, Dellen oder Ausbeulungen aufweisen. Ursache:
ein paar Millimeter ungenau gesägt bzw. Kabelbinder ungleichmässig
angezogen. Lieber eine kleine Ritze später zuspachteln.
Auf dem grossen Bild sieht man gut die innen querstehenden
"Schotten" und aussen die Halterungen, die die Panele
stabilisieren. Das kleine Bild zeigt die Kabelbinder, die
dem Boot das Aussehen eines Igels verleihen. Noch ist der
Rumpf sehr wabbelig. |
Innen
Nähte verspachteln & mit Glasband laminieren
Innen die seitlichen Nähten mit 25 mm und am Kiel mit
50 mm breitem Glasband belegen. Nach dem Aushärten können
die überstehenden Kabelbinder aussen abgeschnitten werden.
Man kann über die Kabelbinder drüberlaminieren,
oder das Glasband zwischen den einzelnen Bindern stückeln.
Ersteres geht schneller, sieht optisch allerdings nicht so
gut aus.
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Schmodder
& Kehlen
Dünnflüssiges Epoxidharz kann mit Baumwollflocken,
Micro-Glashohlkugeln oder Schleifstaub zu einem zähen
Brei angedickt werden = Schmodder.
Damit können Nähte, bzw. ganz allgemein 2 Bauteile,
die im Winkel aufeinander stossen, stabil verleimt werden.
Dazu wird der Winkel als sog. Kehle
ausgespachtelt und schliesst mit einer Rundung
ab. |
|  Schotten
einkleben
Die Schotten grenzen das Cockpit von den Stauräumen
ab. Ihr Abstand wird auf des Paddlers Beinlänge angepasst.
Die Schotten werden mit Schmodder gut und fest eingebaut,
die Kehlen evtl. mit Glasband verstärkt.
Für das vordere Schott habe ich dickeres Birkensperrholz
verwendet, da es den Druck der Füße auffangen muss,
hinten genügte mir das Rumpfsperrholz. |
Cockpit & Schotten
laminieren
Das Cockpit und die zum Cockpit liegenden Seiten der Schotten
werden im Gebrauch stärker beansprucht und sollte deshalb
verstärkt werden. Dieser Bereich wird mit Glasmatte laminiert.
Der vordere und hintere Abschnitt des Rumpfes, d.h. die Stauräume,
werden innen nur lackiert. |
Aussen Nähte verspachteln &
schleifen
Der Rumpf gewinnt viel Steifheit durch das Verspachteln der
Nähte von aussen mit Schmodder. Auch werden die Kabelbinderlöcher
nun verschlossen.
Anschliessend werden die Sperrholzkanten entlang der Nähte
abgerundet, denn die Glasmatte lässt sich später
nicht um allzu scharfe Biegungen laminieren. |
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Skeg & Skegkasten
Nach einiger gedanklicher Knobelei wurde auch ein Skeg eingebaut.
Für die Konstruktion, siehe Zeichnung. Das Skeg ist ca.
30 cm lang, aus Sperrholz und mit Glasmatte laminiert. Der
Skegdraht, 4 mm, ist fest in das Skeg eingeschmoddert.

Das Bild links zeigt den Rumpf von unten. Der Skegkasten
wurde durch eine grosse Öffnung, die in den Rumpf gesägt
wurde, eingeklebt. Von innen ist er mit Schmodder-Kehlen versteift.
WICHTIG: Die
dem Wasser ausgesetzten Seiten des Kastens gut laminieren
damit dort nix Gammeln kann, später kommt man nur sehr
schwer an den Skegkasten heran. |
Skegführung
vom Kasten zum Cockpit Der Schlauch verläuft
vom Kasten unterhalb des (zukünftigen) Decks zum hinteren
Schott, durch das Schott und bis ca. Mitte Oberschenkel, auf
der Lieblingsseite des Paddlers.
Die Schlauchführung, hier mit Schleifstaub-Schmodder
gut verklebt, sollte möglichst "biegungsarm"
verlegt sein, damit der Skegdraht nicht so viel Reibungswiderstand
hat. Mehr zum Skeg-System auf der Seite Ausbau. |
| Schlaghölzer
Bug und Heck
Bug und Heck sowie der Kiel werden im Gebrauch oft stark
beansprucht. Hier wären aufgeleimte Schlaghölzer
nützlich. Esche, dünn gehobelt, lässt sich
gut biegen.
Eventuell einen zusätzlichen Kielstreifen aus 5 mm breitem
Glasband über die gesamte Länge auflaminieren. |
Aussen
schleifen & laminieren

Das Holz abschleifen, entstauben. Glasmatte (163 g/m2)
diagonal zur Faserrichtung über den Rumpf ausbreiten.
So kann sich der Stoff besser der Rumpfform anpassen, und
man nutzt die Stoffbahn besser aus.
Laminieren.
Nach dem Aushärten den Überstand abschneiden und
schleifen. Beim Schleifen nicht bis in die
Glasfasern arbeiten.
Rumpf ist fertig !!
nach OBEN >>>>>>>>>>
weiter zum Deck >>>>>>>>>>> |