Bootsbau: Methoden
Es gibt mehrere Bauweisen, die je nachdem Sperrholz
oder Massivholz sowie Stoff verwenden. Jede hat ihre Vor- und Nachteile,
und die Wahl sollte abhängen vom anvisierten Verwendungszweck
& Einsatzbereich des Kajaks sowie den eigenen Baumöglichkeiten.
Die Festigkeit wird bei den Methoden der
Sperrholz-
und
Leistenboote
durch GFK (glasfaserverstärkten Kunststoff) erreicht.
Klinkerboote
sind so robust gebaut, dass sie ohne Verstärkung auskommen,
und
Holzgestell-mit-Stoff-Boote
sind die Gefährten sehr vorsichtiger Paddler.
Sperrholzbau
Aus Sperrholzplatten werden mehrere Teile ausgesägt.
Diese Paneele werden zuerst provisorisch mit Draht verbunden, ausgerichtet
und dann verleimt
(+) Geht relativ schnell
(+) Übersichtlich und überschaubar
(-) Bootsform tendiert zu einem „kastenförmigen“
Querschnitt
(-) Optisch mögen die Konstruktionslöcher der Verdrahtung
als störend empfunden werden
=> eher für Knickspanter geeignet
Formverleimtes Sperrholz
Hauchdünnes Furnierholz wird in vorgefertigten
Bootsformen verlegt und flächig verleimt. Rennboote werden
bzw. wurden so gebaut.
(+) Runde, nahtlose Formen
(-) Hoher Arbeitsaufwand für das Herstellen der
Formen
(-) Vorrichtung zur Erzeugung hoher Drucke zur Furnierverleimung
=> eher ungeeignet für den Hobbybastler (?)
Leistenbau
Aus dünnen, elastischen Holzleisten wird das
Boot „Scheibchen für Scheibchen“ zu einer glatten
Aussenwand zusammengeleimt. Hierfür wird ein Gerüst aus
mehreren Querschschotten über die gesamte Länge benötigt,
über die die Leisten gelegt werden. Nach dieser Methode wird
viel in Nordamerika gebaut.
(+) Viele Gestaltungsmöglichkeiten von Riss und
Form durch die hohe Biegsamkeit und Anpassungsfähigkeit der
Leisten
(+) Kreative Muster durch Verwendung von verschiedenen Hölzern
(-) Sehr zeitaufwendig im Herstellen und Anpassen
der Leisten und beim Nacharbeiten
=> eher geeignet für runde und/oder stark
geschwungene Bootsformen, und für Leute, die gerne mit Handfeile,
Taschenmesser, Hobel und Holzleim basteln
Klinker
Breite, dachziegelartig überlappende Holzleisten
werden auf Spanten verlegt.
(+) Sehr robust
(-) Hohes Gewicht
In dieser Bauweise werden auch Ruderwanderboote und
Segeljollen gebaut. Für Kanus scheint sie nicht üblich
zu sein. Ein wunderschön gearbeitetes historisches Kanubeispiel
ist virtuell auf den Seiten der Kanuabteilung Klausdorf zu besichtigen
Klinkerboot Klausdorf.
Mehr zu den verschiedenen Methoden, mit kleinen Bildern,
hier.
Holzgestell bespannt
mit Stoff
(skin on frame)
Ein Gerüst aus Holzleisten und Spanten wird mit Stoff umnäht.
Der Stoff wird wasserfest imprägniert. Es ist also eine Art
„nicht-faltbares Faltboot“, auch Zuckersack genannt.
Diese Methode ist der traditionellen Inuit-Bauweise
nachempfunden. Dabei werden die Boote aus Knochen- und Holzgestellen
gefertigt und mit Tierhäuten bespannt.
(+) Verwendet von +/- nur Naturmaterialien
(+) Sehr flexibles Boot, das sich den Wellen anschmiegt
(-) Verletzungsempfindliche Haut
(-) Nicht geschottet
(-) Hoher Pflegebedarf (nachimprägnieren)
=> Hier steckt eine ganz eigene Philosophie dahinter,
wodurch ein anderer Schlag Paddler angesprochen wird
Meine Wahl & warum:
Mein Erstlingsboot ist ein Mischling geworden, der
Rumpf aus Sperrholz und das Deck aus Leisten.
Rumpf: Da es ein Knickspanter ist, eignete sich der Bau aus Sperrholz,
ausserdem ergab es sich durch das gemeinsame Bauvorhaben mit Freunden,
die mit dieser Methode Erfahrung haben.
Deck: Um eine runde Wölbung statt aus vielen Sperrholzpanelen
zu gestalten, bot sich die Leistenmethode an. Somit konnte ich eine
weitere Bauweise ausprobieren und erlernen. Und Leistenbau ergibt,
wie ich finde, das schönste Kajak.
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