Bootsbau:
Deck
Das Deck ist in Leistenbauweise angefertigt. Das ist zeitaufwendiger
als Sperrholzplatten, aber es ergibt eine elegante Deckwölbung. |
|
Grundsätzliches zu den Leisten
Die Leisten sollten, je nach Holzart, ca. 5 mm dick und 15
mm breit sein. Sie sollten um die beide Längsachsen biegsam
sein, und zwar so, dass sie den Biegungen des Decks angepasst
werden können.
Eschenholz hält eine Menge Belastung aus, ist aber auch
sehr widerspenstig. Also müssen Eschenleisten entsprechend
dünn & schmal sein. Vergleichsweise ist Kiefernholz
leichter zu verarbeiten, bricht aber schneller. Kiefernleisten
können daher etwas dicker und breiter sein. Einfach verschiedene
Hölzer ausprobieren. Hier kann online ein Holzvergleich
gemacht werden.
und zum Leistenbau
Die Leisten werden mit wasserfestem Weissleim aneinandergeklebt,
und anschliessend mit Glasmatte laminiert. Für das Deck
werden die Leisten von aussen nach innen verlegt. Das äusserste
Leistenpaar liegt auf der Rumpfoberkante auf. Die Abfolge
der Leisten ist immer abwechselnd steuerbord/backbord, so
bildet sich an Bug und Heck eine Art Reissverschluss, siehe
Bild. Für Mustervariationen, siehe
unten. |
 Holzleisten
sägen und hobeln
Es war einmal eine Eschenbohle....
Mit einer Kreissäge wird die Bohle entlang einer Führung
in ca. 6 mm dicke bzw. schlanke Leisten gesägt. Auf dem
rechten Bild sind die Sägespuren, die später abgehobelt
werden, noch deutlich erkennbar.
Leider stellte es sich heraus, dass die Leisten mit 26
x 6 mm noch zu dick und unbiegsam waren. Also wurden sie mit
viel, viel Geduld und Augenmaß der Länge nach auf
ca. 12 mm Breite halbiert und mit einem elektrischen Hobel
auf ca. 4-5 mm Dicke verdünnt. Damit hatte ich nun gute,
flexible Leisten, und einen riesigen Sack voller Säge-
und Hobelspäne.
Wer
eine Oberfräse hat, kann in die Seiten der Leisten noch
eine Art "Nut und Feder" einfräsen. Das konkav-konvexe
Ineinandergreifen der Leisten erlaubt ein leichteres Anpassen
an die Wölbung des Decks.
- Alternativ müssen die Kanten leicht angeschrägt
werden.
|
Querschotten
(Konstruktionshilfen) in den Rumpf einkleben
Mit Klebeband bzw. Kabelbindern werden die Querschotten in
den Rumpf, der stabil in den Halterungen liegt, eingefügt.
Über diese Schotten werden die Leisten gelegt und somit
das Deck geformt.
Damit die Leisten nicht auf den Querschotten festkleben,
diese mit Krep-Klebeband abkleben.
Wer die Leisten mit Klammern auf den Schotten festtackern
möchte, sollte die Schotten aus Holz herstellen. In Pressspan
halten die Klammern nicht gut. |
Leisten schäften
Die Leisten sind meist nur 1.5 - 2 m lang. Zumindest für
die ersten paar Leistenpaare sollten sie vor dem Verlegen
auf die Gesamtlänge des Decks verlängert werden.
Spätere Leisten können direkt beim Einbauen verschäftet
und verleimt werden (Schraubzwinge). |
 Das
1. Leistenpaar
Die 1. Leiste wird auf der Rumpfoberkante entlanggeführt
und auf den Querschotten festgetackert. Die Leiste kann ruhig
etwas überstehen, wird später abgehobelt.
Die 2. Leiste stösst genau an Bug- und Heckspitze an
die 1. Leiste an, und wird passend angeschrägt. Dann
die Schräge verkleben und tackern.
Auf eine gleichmässige Krümmung achten! |
Leisten verlegen
Im
folgenden wird die jeweils nächste Leiste an die Vorherige
angehalten (abwechselnd links & rechts). Wenn kein Nut-und-Feder
vorhanden ist, wird die Kante über die gesamte Länge
so abschrägt, dass die neue Leiste der Wölbung des
Decks folgt. An Bug und Heck muss die Leiste auf die richtige
Länge angeschrägt werden. Wenn alles passt, dünn
verleimen.
Da
die meisten Leisten nicht gleich brav an Ort und Stelle kleben
bleiben, müssen sie fixiert werden. Das geschieht entweder
durch festtackern, oder mit Krep-Klebeband festkleben.
Bei ersterer Methode muss man hinterher all die Klammern herauspuhlen
und hat ganz viele kleine Löcher. Letztere Methode braucht
etwas Übung, und nicht jedes Klebeband klebt gleich gut
auf rohem Holz.
Ganz widerspenstige Leisten, z. Bsp. an stärkeren Krümmungen,
werden mit Schraubzwingen zur Raison gebracht. Die Wartezeit
bis die Klebe abbindet ist eine wohlverdiente Pause. |
Variation und Muster
Zum Beispiel kann die Decksmitte aus parallel liegenden Leisten
gebaut werden. Hier können breitere, starrere Leisten
verwendet werden, weil in diesem Bereich die Krümmungen
minimal sind.
Oder man benutzt verschiedene Holzarten und legt farbige
Muster.
Hat man erst einmal den Dreh heraus, tun sich ungeahnte Möglichkeiten
auf. |
Cockpit-Aussparung
Um Leisten zu sparen, kann der Bereich der Cockpit-Öffnung
ausgenommen werden. Mit einer Pappschablone des Süllrandumfanges
darauf achten, dass die Leisten nicht zu knapp verlegt werden.
Vor dem Laminieren wird die Cockpit-Öffnung genau ausgesägt. |
Aussen Deck hobeln & glattschleifen
Je
ungleichmässiger die Leisten zugesägt und/oder verlegt
wurden (siehe Bild), desto mehr Arbeit gibt es jetzt.
Zuerst alle (!!) Tackerklammern entfernen. Mit einem scharfen
Hobel die Oberfläche gleichmässig ebnen. Solch hochstehende
Enden von einer unsauberen Schäftung sollten ausgeglichen
und evtl. verspachtelt werden. Überstehende Weissleimtropfen
entfernen. Anschliessend mit Sandpapier glattschleifen.
Achtung: das Deck nicht zu dünn hobeln -
gilt vor allem für Elektro-Hobler. |
 Aussenseite
Deck laminieren
Als nächstes über das entstaubte, trockene Deck
eine Glasmatte (110 g/m2) ausbreiten
und zuschneiden (linkes Bild). Dann mit Epoxidharz bestreichen
(rechtes Bild das frisch laminierte Deck). Dabei darauf achten,
dass die Glasmatte nicht aus versehen am Rumpf festklebt,
und Tropfnasen herunterlaufen.
Die Cockpit-Öffnung wird nach Aushärten des Harzes
aufgeschnitten. Das Glasfasermaterial kann für kleine
Laminierstücke verwendet werden. |
Deck vom Rumpf lösen
Nach dem Aushärten des Harzes kann das Deck vorsichtig
vom Rumpf gelöst werden. Das Deck ist noch sehr empfindlich
und biegsam. Um zu vermeiden, dass sich die Wölbung des
Decks abflacht, besser in passenden Halterungen lagern. |
Innenseite Deck hobeln & glattschleifen
Analog zur Aussenseite des Decks glatthobeln und sanden.
Allerdings ist das Hobeln aufgrund der konkaven Biegung des
Decks schwieriger. |
Innen Deck laminieren
Ebenfalls wie bei der Deckaussenseite vorgehen.
Einige Bereiche, die stärker beansprucht werden, sollten
mit doppelt gelegter Glasmatte verstärkt werden (Reste
verwenden!)
- hinter dem Süllrand (muss Paddlergewicht beim Einsteigen
& Aufstützen tragen)
- in den Bereichen, wo die Lukenringe eingebaut werden sollen
- rings um den Süllrand herum und der vordere Cockpitbereich
bis zum vorderen Schott (allgem. hohe Belastung)
Deck ist fertig !!
nach OBEN >>>>>>>>>>
weiter zum Ausbau >>>>>>>>>>>
|